Funktionale Sicherheit
Beratung für zuverlässige Schutzfunktionen von Maschinen
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Was bedeutet Funktionale Sicherheit bei Maschinen?
Funktionale Sicherheit (FuSi) bezeichnet die Zuverlässigkeit sicherheitsbezogener Steuerungssysteme, ihre vorgesehenen Sicherheitsfunktionen unter allen vorhersehbaren Bedingungen korrekt auszuführen. Sie ist ein Grundprinzip der Maschinensicherheit und wird durch den Performance Level (PL) nach DIN EN ISO 13849-1 quantifiziert.
Warum ist funktionale Sicherheit entscheidend? Sie stellt sicher, dass Sicherheitsfunktionen wie NOT-HALT, Lichtvorhänge oder Schutztüren zuverlässig funktionieren und das geforderte Sicherheitsniveau erreichen.
- Rechtliche Pflicht nach Maschinenrichtlinie bei neuen Maschinen
- Performance Level Berechnung nach DIN EN ISO 13849-1:2023
- SISTEMA-Validierung für sicherheitsbezogene Steuerungsteile
- Risikominimierung durch angemessene Sicherheitsfunktionen
- CE-Konformität als Voraussetzung für Inverkehrbringung
Geschäftsführer
Lars Knorre (M.Sc.)
Wer benötigt Beratung zur funktionalen Sicherheit?
Maschinenhersteller müssen für neue Maschinen und Anlagen den Performance Level ihrer Sicherheitsfunktionen berechnen und mittels SISTEMA validieren, um die CE-Kennzeichnung zu erhalten. Konstrukteure und Entwickler müssen die Prinzipien der funktionalen Sicherheit bereits in der Planungsphase beachten, um angemessene Sicherheitssteuerungen auszuwählen und zu dimensionieren. Maschinenbetreiber sind bei wesentlichen Veränderungen ihrer Anlagen zur Neubewertung der Sicherheitsfunktionen verpflichtet.
Typische Anwendungsbereiche:
- Sicherheitssteuerungen für Pressen, Stanzen und Umformmaschinen
- Robotersysteme und kollaborative Roboter mit Sicherheitsfunktionen
- Verpackungsmaschinen und Produktionslinien mit komplexen Steuerungen
- Werkzeugmaschinen und Bearbeitungszentren mit mehreren Sicherheitszonen
- Förderanlagen und Transportsysteme mit übergeordneten Sicherheitskonzepten
Unsere Leistungen für funktionale Sicherheit
Von der Risikobeurteilung bis zur validierten Sicherheitssteuerung
Performance Level Ermittlung
- PLr-Bestimmung mittels Risikograph nach DIN EN ISO 13849-1:2023
- Sicherheitsfunktions-Analyse für alle kritischen Maschinenbereiche
- Parameter-Bewertung nach der neuen 5-Faktoren-Methode (S, F, P)
- C-Normen-Prüfung für maschinenspezifische Performance Level
- Dokumentation der PLr-Ermittlung für CE-Konformitätserklärung
SISTEMA-Berechnung & Validierung
- Systematische SISTEMA-Berechnung aller sicherheitsbezogenen Steuerungsteile
- Kategorien-Zuordnung für Sensorik, Logik und Aktorik
- PL-Validierung gegen geforderten PLr (PL ≥ PLr)
- Architektur-Optimierung bei unzureichendem Performance Level
- Software-gestützte Berechnung zur Vermeidung von Fehlern
Beratung & Umsetzungsunterstützung
- Sicherheitskonzept-Entwicklung für komplexe Maschinensteuerungen
- Bauteil-Auswahl für sicherheitsbezogene Steuerungskomponenten
- Integration in Risikobeurteilung nach DIN EN ISO 12100
- Dokumentation für CE-Verfahren und technische Unterlagen
- Schulung zu SISTEMA-Software und Performance Level Grundlagen
Der Weg zur normkonformen funktionalen Sicherheit
- Sicherheitsfunktions-Analyse
Systematische Erfassung aller Sicherheitsfunktionen
- Welche Sicherheitsfunktionen sind in der Maschine vorhanden?
- Identifikation von NOT-HALT, Schutztüren, Lichtvorhängen und weiteren SF
- Analyse der sicherheitsbezogenen Steuerungsteile (SRP/CS)
- Bewertung von Sensorik, Logik und Aktorik nach Sicherheitskategorien
- Performance Level Ermittlung
-
Komponenten-
bewertung
PLr-Bestimmung mittels Risikograph
- Bewertung der Parameter S (Schwere), F (Häufigkeit), P (Vermeidbarkeit)
- Anwendung der neuen 5-Faktoren-Methode für Parameter P
- Berücksichtigung von Geschwindigkeit, Fluchtmöglichkeit und Wahrnehmbarkeit
- Ermittlung des erforderlichen PLr für jede Sicherheitsfunktion
- SISTEMA-Berechnung
Softwaregestützte Performance Level Berechnung
- Eingabe der technischen Daten aller sicherheitsbezogenen Bauteile
- Strukturierung nach Subsystemen und Sicherheitsfunktionen
- Berechnung des tatsächlichen Performance Level (PL)
- Validierung gegen erforderlichen PLr (PL ≥ PLr)
- Optimierung & Anpassung
-
Normkonformitäts-
prüfung
Sicherheitskonzept-Optimierung bei Abweichungen
- Analyse von Abweichungen zwischen PL und PLr
- Entwicklung von Optimierungsmaßnahmen für unzureichende PL
- Bauteil-Austausch oder Architektur-Anpassungen
- Erneute SISTEMA-Berechnung nach Optimierung
- Dokumentation
Eingliederung in CE-Dokumentation
- Dokumentation der Performance Level Berechnungen
- Integration in Risikobeurteilung nach DIN EN ISO 12100
- Aufnahme in technische Unterlagen und Konformitätserklärung
- Bereitstellung der SISTEMA-Projektdateien für Dokumentation
Warum Knorre GmbH der richtige Partner für funktionale Sicherheit ist
Qualifikationen & Erfahrung
Als CE-Unternehmen in der 2. Generation verstehen wir die komplexen Anforderungen der funktionalen Sicherheit und beherrschen sowohl die theoretischen Grundlagen als auch die praktische SISTEMA-Anwendung
- TÜV-zertifizierte CE-Koordinatoren mit Expertise in DIN EN ISO 13849-1
- SISTEMA-Kompetenz: Langjährige Erfahrung mit Performance Level Berechnungen
- Generationsübergreifende Expertise: Kay Knorre (Senior Expert) und Lars Knorre (Geschäftsführer)
- Normen-Know-how: Fundierte Kenntnis der aktuellen 13849-1:2023
- Software-Expertise: Professionelle Anwendung von SISTEMA und Safexpert
Zahlen & Fakten
Zahlen & Fakten
Unser erfahrenes Team sorgt für normkonforme funktionale Sicherheit:
- 300+ erfolgreich durchgeführte CE-Projekte mit Performance Level Berechnungen
- Maschinentypen: Pressen, Roboter, Verpackungsanlagen, Werkzeugmaschinen
- Branchen: Automotive, Maschinenbau, Verpackung, Metallindustrie
- Software-Tools: SISTEMA, Safexpert, docuglobe für integrierte Dokumentation
- Seit 2013: Spezialisierung auf funktionale Sicherheit und Performance Level
Häufig gestellte Fragen zur funktionalen Sicherheit
Funktionale Sicherheit ist die Zuverlässigkeit sicherheitsbezogener Steuerungssysteme einer Maschine, ihre Sicherheitsfunktionen unter vorhersehbaren Bedingungen korrekt auszuführen. Sie wird durch den Performance Level (PL) quantifiziert und stellt sicher, dass Sicherheitseinrichtungen wie NOT-HALT, Lichtvorhänge oder verriegelte Schutztüren im Ernstfall zuverlässig reagieren. Die funktionale Sicherheit ist nach Maschinenrichtlinie für alle neuen Maschinen und wesentlichen Veränderungen verpflichtend zu bewerten.
Der Performance Level (PL) nach DIN EN ISO 13849-1 ist spezifisch für Maschinensteuerungen und mit der EU-Maschinenrichtlinie harmonisiert. Der Safety Integrity Level (SIL) nach IEC 61508 ist eine allgemeinere Größe für die funktionale Sicherheit elektrischer und programmierbarer Systeme. Für Maschinen wird primär der Performance Level verwendet, da er speziell auf die Anforderungen der Maschinensicherheit zugeschnitten ist und direkt in die CE-Dokumentation integriert werden kann.
Der PLr wird mittels Risikograph durch Bewertung der drei Parameter S (Schwere der Verletzung), F (Häufigkeit der Exposition) und P (Möglichkeit der Gefahrenvermeidung) ermittelt. Die aktualisierte Norm DIN EN ISO 13849-1:2023 führt für Parameter P eine präzisere 5-Faktoren-Methode ein, die Geschwindigkeit der Gefahr, Fluchtmöglichkeiten, Wahrnehmbarkeit, Bedienungskomplexität und Personalqualifikation berücksichtigt. Das Ergebnis ist ein PLr von a (niedrig) bis e (hoch).
SISTEMA ist eine kostenlose Software der deutschen gesetzlichen Unfallversicherung zur Berechnung des Performance Level nach DIN EN ISO 13849-1. Sie ermöglicht die systematische Eingabe aller sicherheitsbezogenen Bauteile (Sensoren, Steuerung, Aktoren) und berechnet den resultierenden Performance Level automatisch. SISTEMA minimiert Berechnungsfehler und erstellt standardisierte Dokumentation für die CE-Unterlagen. Die Software ist international anerkannt und wird von Prüfstellen und Marktaufsicht akzeptiert.
Die Norm definiert fünf Sicherheitskategorien (B, 1, 2, 3, 4) für sicherheitsbezogene Steuerungsteile, die verschiedene Architekturprinzipien und Fehlererkennungsstrategien repräsentieren. Kategorie B und 1 sind einkanalige Systeme mit unterschiedlichen Qualitätsanforderungen. Kategorien 2, 3 und 4 sind zweikanalige redundante Systeme mit steigenden Anforderungen an Fehlerdiagnose und -reaktion. Die Auswahl der Kategorie hängt vom erforderlichen Performance Level und der gewählten Systemarchitektur ab.
Nur bei wesentlichen Veränderungen im Sinne der Maschinenrichtlinie ist eine Neubewertung der funktionalen Sicherheit erforderlich. Einfache Reparaturen oder der Austausch identischer Ersatzteile erfordern keine neue Performance Level Berechnung. Bei Änderungen an sicherheitsbezogenen Steuerungsteilen, neuen Sicherheitsfunktionen oder geänderten Betriebsbedingungen ist jedoch eine Aktualisierung der SISTEMA-Berechnung notwendig. Im Zweifel sollte immer eine fachkundige Bewertung erfolgen.
Die neue Norm DIN EN ISO 13849-1:2023 hat eine dreijährige Übergangsfrist. Die Vorgängerversion von 2015 verliert am 15. Mai 2027 ihre Konformitätsvermutung. Maschinen, die nach diesem Datum in Verkehr gebracht werden, müssen die neue Norm mit der 5-Faktoren-Methode anwenden. Eine frühzeitige Umstellung wird empfohlen, da die neue Norm präzisere Bewertungsverfahren und bessere Rechtssicherheit bietet.
Bei unzureichender funktionaler Sicherheit drohen erhebliche rechtliche und finanzielle Konsequenzen. Das Produktsicherheitsgesetz sieht Bußgelder bis zu 30.000 Euro für fehlerhafte CE-Kennzeichnungen vor. Bei Unfällen durch unzureichende Sicherheitsfunktionen können Schadenersatz- und Regressansprüche entstehen. Präventive SISTEMA-Berechnungen sind daher nicht nur rechtlich erforderlich, sondern auch wirtschaftlich sinnvoll zur Risikominimierung.





















