Risikobeurteilung nach DIN EN ISO 12100
Risikobeurteilung nach Maschinenrichtlinie / MVO (2027)
Startseite » Leistungen » Risikobeurteilung
Was bedeutet eine Risikobeurteilung für Maschinen?
Die Risikobeurteilung nach DIN EN ISO 12100 ist eine systematische Bewertung aller Gefährdungen, die von Ihrer Maschine oder Anlage ausgehen können. Sie identifiziert potenzielle Risiken in allen Lebensphasen und definiert geeignete Schutzmaßnahmen zur Risikominderung. Die Risikobeurteilung ist die rechtliche Grundlage für die CE-Kennzeichnung und integraler Bestandteil der technischen Dokumentation.
Warum ist die Risikobeurteilung entscheidend?
Sie erfüllt die Rechtspflicht nach Maschinenrichtlinie 2006/42/EG bzw. nach Maschinenverordnung (EU) 2023/1230 ab 20.01.2027 und schützt vor Haftungsrisiken bei Unfällen.
- Rechtliche Pflicht für alle Maschinen mit CE-Kennzeichnung
- Systematische Risikobeurteilung nach DIN EN ISO 12100
- PLr-Bestimmung für sicherheitsbezogene Steuerungen
- Haftungsminimierung durch normkonforme Dokumentation
- Grundlage für Betriebsanleitung und Konformitätserklärung
Wer benötigt eine Risikobeurteilung?
Maschinenhersteller erstellen Risikobeurteilungen für Maschinen, unvollständige Maschinen und Anlagen vor der Inverkehrbringung zur Erfüllung der Rechtspflichten nach Maschinenrichtlinie 2006/42/EG und als Grundlage der CE-Kennzeichnung.
Maschinenbetreiber benötigen neue Risikobeurteilungen bei Maschinen, die zum Eigengebracht hergestellt werden oder bei wesentlichen Veränderungen an ihren Maschinen, da sie rechtlich zum Hersteller werden und ein vollständiges Konformitätsbewertungsverfahren durchführen müssen.
Importeure müssen bei Maschinen aus Nicht-EU-Ländern oft neue Risikobeurteilungen nach deutschen Normen erstellen, da die vorhandenen Dokumente unvollständig oder nicht normkonform sind.
Typische Anwendungsbereiche:
- Produktionsmaschinen mit komplexen Bewegungsabläufen
- Verpackungsanlagen mit mehreren Gefahrenstellen
- Werkzeugmaschinen mit rotierenden und linearen Bewegungen
- Fördertechnik mit Quetsch- und Scherstellen
- Gesamtheiten von Maschinen mit Schnittstellenrisiken
Geschäftsführer
Lars Knorre (M.Sc.)
Unsere Leistungen für Risikobeurteilungen
Systematische Risikobeurteilung – von der Risikobewertung bis zur unterschriftsreifen Dokumentation
Risikoanalyse nach DIN EN ISO 12100
- Systematische Identifikation aller mechanischen, elektrischen und sonstigen Gefährdungen
- Lebensphasen-Bewertung von Transport bis Entsorgung
- Funktionale Baugruppen-Analyse für strukturierte Risikobewertung
- Grenzbestimmung der Maschine (räumlich, zeitlich, verwendungsbezogen)
- Risikoeinschätzung mit konkreten Schadensszenarien
Risikobewertung und PLr-Bestimmung
- Professionelle Safexpert-Anwendung für normkonforme Dokumentation
- Risikograph-Bewertung nach S-, F- und P-Parametern
- PLr-Bestimmung für sicherheitsbezogene Steuerungen
- Restrisiko-Bewertung nach Umsetzung aller Schutzmaßnahmen
- Quantitative Risikoeinschätzung mit Wahrscheinlichkeiten
Schutzmaßnahmen & Dokumentation
- 3-Stufen-Methode (inhärent sicher, technische Schutzmaßnahmen, Benutzerinformation)
- Normkonforme Maßnahmen-Definition nach Stand der Technik
- Integration in technische Dokumentation und Betriebsanleitung
- Unterschriftsreife Ausgabe nach DIN EN ISO 12100 Format
- Support bei Marktaufsicht und Zertifizierungsverfahren
Der Weg zur normkonformen Risikobeurteilung
- Risikoanalyse
Systematische Identifikation von Gefährdungen und Risikoeinschätzung
- Welche mechanischen, elektrischen und sonstigen Gefährdungen bestehen?
- Betrachtung aller Lebensphasen von Transport bis Entsorgung
- Bestimmung der Maschinengrenzen (räumlich, zeitlich, verwendungsbezogen)
- Aufgliederung in funktionale Baugruppen für strukturierte Analyse
- Risikoeinschätzung
Bewertung von Schadensausmaß und Eintrittswahrscheinlichkeit
- Parameter S: Schwere der möglichen Verletzung (S1/S2)
- Parameter F: Häufigkeit der Gefährdungsexposition (F1/F2)
- Parameter P: Möglichkeit der Gefahrenvermeidung (P1/P2)
- Quantitative Risikobewertung nach DIN EN ISO 12100
- Risikobewertung
Normkonforme Bewertung mit Safexpert-Software
- Professionelle Eingabe in Safexpert-Risikobeurteilungssoftware
- Systematische Dokumentation aller Bewertungsschritte
- PLr-Bestimmung für sicherheitsbezogene Steuerungen
- Berücksichtigung von Normen und Stand der Technik
- Maßnahmen-Definition
Risikominimierung nach 3-Stufen-Methode
- Inhärent sichere Konstruktion als erste Priorität
- Technische Schutzmaßnahmen (Schutzeinrichtungen, Sicherheitssteuerungen)
- Benutzerinformation (Betriebsanleitung, Kennzeichnung, Schulung)
- Restrisiko-Bewertung nach Umsetzung aller Maßnahmen
- Dokumentation
Unterschriftsreife Risikobeurteilung
- Normkonforme Ausgabe nach DIN EN ISO 12100 Format
- Integration in technische Dokumentation und CE-Kennzeichnung
- Bereitstellung für Betriebsanleitung und Konformitätserklärung
- Support bei Behördenanfragen und Marktaufsicht
Warum Knorre GmbH der richtige Partner für Risikobeurteilungen ist
Qualifikationen & Erfahrung
Als CE-Unternehmen in der 2. Generation verstehen wir die praktischen Herausforderungen bei Risikobeurteilungen und kennen die typischen Stolpersteine aus langjähriger Praxis.
- TÜV-zertifizierte CE-Koordinatoren : mit kontinuierlicher Weiterbildung in Maschinensicherheit
- Safexpert-Expertise: Professionelle Anwendung der führenden Risikobeurteilungssoftware
- Generationsübergreifende Kompetenz: Kay Knorre (Senior Expert) und Lars Knorre (Geschäftsführer)
- Maschinenbau-Hintergrund: Verstehen der technischen Zusammenhänge aus Konstrukteurssicht
- Normen-Kenntnis: Aktuelles Wissen zu DIN EN ISO 12100 und Maschinenrichtlinie
Zahlen & Fakten
Unser erfahrenes Team sorgt für normkonforme Risikobeurteilungen:
- 300+ erfolgreich erstellte Risikobeurteilungen für verschiedene Maschinentypen
- Branchen-Expertise: Verpackung, Automobilzulieferer, Werkzeugmaschinen, Fördertechnik
- Komplexitäts-Spektrum: Einzelmaschinen bis Gesamtheiten von Maschinen
- Software-Tools: Safexpert, SISTEMA, SolidWorks Composer, docuglobe
- Seit 2013: Spezialisierung auf Risikobeurteilung und CE-Kennzeichnung
Häufig gestellte Fragen zu Risikobeurteilungen
Eine Risikobeurteilung ist für alle Maschinen und Anlagen mit CE-Kennzeichnungspflicht nach Maschinenrichtlinie 2006/42/EG Anhang VII obligatorisch. Sie ist bestandteil der technischen Unterlagen und Grundvoraussetzung für die Konformitätserklärung. Auch bei wesentlichen Veränderungen an bestehenden Maschinen wird eine neue Risikobeurteilung erforderlich, da der Betreiber rechtlich zum Hersteller wird.
Die Risikobeurteilung muss alle relevanten Gefährdungen systematisch erfassen: mechanische Gefährdungen (Quetschen, Scheren, Schneiden), elektrische Gefährdungen, thermische Risiken, Lärm- und Vibrationsemissionen, Gefährdungen durch Materialien und Stoffe sowie ergonomische Aspekte. Dabei werden alle Lebensphasen der Maschine betrachtet – von Transport und Montage über den Normalbetrieb bis hin zu Wartung und Entsorgung.
Die Risikoanalyse ist der erste Schritt und umfasst die systematische Identifikation von Gefährdungsbereiche und Gefährdungen sowie die Bestimmung der Maschinengrenzen. Die Risikobewertung folgt als zweiter Schritt und bewertet das Risiko quantitativ anhand der Parameter Schadenschwere (S), Expositionshäufigkeit (F) und Vermeidungsmöglichkeit (P). Beide Schritte zusammen bilden die Risikobeurteilung nach DIN EN ISO 12100.
Die Dauer hängt stark von der Komplexität der Maschine ab. Für einfache Maschinen mit wenigen Gefährdungen benötigen wir 1,5-2 Tage. Komplexe Anlagen mit mehreren funktionalen Baugruppen und umfangreichen Sicherheitseinrichtungen können 3-5 Tage erfordern. Gesamtheiten von Maschinen mit Schnittstellenbewertung benötigen entsprechend mehr Zeit für die Analyse der Wechselwirkungen.
Nicht bei jeder Änderung ist eine vollständige neue Risikobeurteilung erforderlich. Bei wesentlichen Veränderungen, die das Sicherheitsniveau beeinträchtigen können, ist eine neue Risikobeurteilung obligatorisch. Bei unwesentlichen Änderungen wie dem Austausch baugleicher Komponenten ist nur eine Bewertung der geänderten Bereiche notwendig. Eine Bewertung der Wesentlichkeit sollte bereits vor der Änderung erfolgen.
Für professionelle Risikobeurteilungen setzen wir die Software Safexpert ein, die speziell für die normkonforme Dokumentation nach DIN EN ISO 12100 entwickelt wurde. Die Software bietet strukturierte Vorgehensweisen, umfangreiche Gefährdungskataloge und automatisierte PLr-Bestimmung. Alternativ können auch andere Softwaretools verwendet werden, wichtig ist die systematische und nachvollziehbare Dokumentation.
Eine unvollständige Risikobeurteilung kann schwerwiegende rechtliche Konsequenzen haben. Die Marktaufsichtsbehörden können Bußgelder bis 30.000 Euro verhängen und die Stilllegung der Maschine anordnen. Bei Unfällen drohen zusätzlich zivilrechtliche Haftungsansprüche und strafrechtliche Konsequenzen wegen grober Fahrlässigkeit. Die Berufsgenossenschaften prüfen bei Arbeitsunfällen regelmäßig die Vollständigkeit der Risikobeurteilung.
Der PLr wird für jede sicherheitsbezogene Steuerung mittels Risikograph nach DIN EN ISO 13849-1:2023 bestimmt. Dabei werden die Parameter S (Schadenschwere), F (Expositionshäufigkeit) und P (Vermeidungsmöglichkeit) bewertet und in PLr-Stufen a bis e umgesetzt. Die aktualisierte Norm 2023 präzisiert die P-Parameter-Bestimmung durch fünf zusätzliche Faktoren wie Bedienerkompetenz und Ereignisgeschwindigkeit.
Für eine umfassende Risikobeurteilung benötigen wir: technische Zeichnungen und 3D-CAD Dateien, Funktionsbeschreibung der Maschine, Elektrische Schaltpläne, Datenblätter aller sicherheitsrelevanten Komponenten, vorhandene Betriebsanleitungen und Normen-Nachweise. Bei komplexen Anlagen ist zusätzlich eine Besichtigung vor Ort oder per Video-Call hilfreich, um die Funktionsweise vollständig zu verstehen.
Bei verketteten Maschinen (Gesamtheit von Maschinen) muss eine übergreifende Risikobeurteilung erstellt werden, die zusätzlich zur Einzelmaschinenbewertung die Schnittstellenrisiken zwischen den verbundenen Maschinen systematisch analysiert. Entscheidend sind vier Kriterien: räumlicher und prozesstechnischer Verbund, gemeinsame Steuerung und sicherheitstechnischer Zusammenhang. Die Schnittstellenbetrachtung umfasst alle Input-/Output-Verbindungen, gemeinsame Sicherheitseinrichtungen und Wechselwirkungen zwischen den Maschinen. Besondere Aufmerksamkeit gilt den NOT-HALT-Konzepten und der übergreifenden Performance Level Bewertung der gesamten Anlage.





















